„Real“

Ich unterscheide absichtlich zwischen Wirklichkeit und Realität, um einfacher und schneller trennen zu können, […]“ – Ich, in Freiheit

Wenn ich Realität hier in meinen Ausführungen benutze, um etwas zu erklären, meine ich damit nicht Wirklichkeit. Ich bin mir schon bewusst, dass das möglicherweise nicht die beste Lösung ist, und bestimmt gibt es auch einen passenderen Begriff dafür, aber ich bin erstens, nicht gewillt weiter nach einem zu suchen, und zweitens halte ich Realität für den Passenden, um ihn, wie in der Mathematik, zu substituieren, d.h. ihn, wenn man verstanden hat worüber ich rede, selbst wieder mit einem passenderen Wort auszutauschen zu können. Grade Realität bietet sich in meinen Augen an, weil es den Fremdwortcharakter, wie ich finde, inne hat, und genug Menschen damit Schwierigkeiten haben überhaupt richtig zu definieren was nun eigentlich real ist.

Der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität liegt für mich nun darin, dass alles was ohne die menschliche Wahrnehmung existiert, wirklich ist. Jeder Stein, jeder Baum, jedes Tier. Dem gegenüber steht die Realität, deren Inhalte auch „existent“ sind, aber erst dadurch real werden, das zwei oder mehr Menschen sich darüber einig sind. Realität hängt so gesehen also von der Wahrnehmung und dem Glauben daran ab und ist subjektiv. Der Wert von Papier- oder besser noch digitalem Geld wäre damit allgemein gesprochen real, aber nicht wirklich. Der Wert eines Lebensmittels, ich spreche natürlich von solchen die ernähren und nicht von nutzlosem Scheißdreck wie Eis oder Schokolade, ist dagegen wirklich, man braucht keinen Anderen/Dritten der einem erklärt, sagt oder mit einem übereinstimmt, dass es wertvoll/gut/nützlich ist, denn es ernährt mich ohne mein Wissen darum zu benötigen, wie Gift mich töten kann, ohne das ich mir des Giftes bewusst bin. Gott ist für viele Menschen, nach meiner Auslegung, auch nur Real und nicht wirklich, weil es immer eines Dritten benötigt, sei es ein Buch oder ein Mensch, der einem erst mal erklären muss, dass Gott überhaupt da ist, und einem auch oft erst erlauben muss Mitglied in dem Verein zu werden, bevor man sich wirklich Christ, oder was auch immer, in ihren Augen nennen darf.

Der Unterschied zu Imaginärem liegt dann wiederum darin, dass man dafür keinen anderen Menschen braucht, ebenso wirken sich Dinge/Vorstellungen die „nur“ imaginär sind, nicht so stark auf das wirkliche Leben des Menschen aus. In der Benutzung des Wortes Imagination, liegt gleichzeitig eben auch das Bewusstsein, dass die betreffende Sache nicht wirklich existent, sondern erdacht ist.

Dinge können allgemein (können ist eventuell nicht die sauberste Formulierung) danach also niemals wirklich und real gleichzeitig sein – entweder oder – Dinge können so gesehen, aber durchaus Imaginär und Real sein, nur nicht für ein und dieselbe Person. (Durch gesellschaftlichen Zwang etwa, oder auch andere Gründe, bleibt für Menschen als von ihnen imaginär Anerkanntes in der Regel auch durchaus weiterhin handlungsweisend, also real.) Und die Realität kann bei vielen Menschen die Wirklichkeit überschreiben.

Kurz runtergebrochen könnte man es vielleicht so zusammenfassen:

Wirklichkeit – es ist so, ob ich will oder nicht.

Realität – ich glaube, dass es so ist (auch für andere) und handle danach.

Imagination – ich weiß, dass es nicht so ist.

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